Beim Schwimmen ganz vorn

Quelle: PNP, 27.10.2022

Immer mehr Kinder ertrinken in Bädern und Seen. Ursache ist meist, dass sie nie das sichere Schwimmen gelernt haben. Angesichts von Corona, Energiekrise und knappen Kassen werden gleichzeitig immer mehr Schwimmhallen geschlossen. Damit gehen Möglichkeiten für Schwimmkurse verloren.

Auch der Schwimmunterricht an den Schulen ist an manchen Orten gefährdet. Am Gymnasium Untergriesbach ist das noch anders. Die Schule hatte sich zuletzt am bayernweiten Schulsportwettbewerb „Mit Sicherheit mehr Wasserspaß“ beteiligt. Gemessen an der Zahl der erworbenen „Deutschen Schwimmanzeichen“ erreichte die Schule den ersten Platz in Bayern. In Zahlen: 13 Schülerinnen und Schülern haben das Deutsche Schwimmabzeichen in Bronze abgelegt, 154 haben die Stufe Silber erreicht, 168 Teilnehmer am Wettbewerb dürfen sich mit dem Goldenen Deutschen Schwimmabzeichen schmücken. Dafür gab es ein Gratulationsschreiben des Kultusministers sowie 1000 Euro als Preis für die Schule.

Ohne die Schwimmhalle am Gymmasium wäre Derartiges natürlich nicht möglich gewesen. Vor mehreren Jahren wurde eine Schließung diskutiert. Damals gingen neben der Sportfachschaft auch Eltern und Schüler „auf die Straße“ und forderten erfolgreich den Erhalt.

Warten auf Sanierung des Schulbads

Nach der Generalsanierung des Gymnasiums stehe jetzt noch eine Sanierung des Schwimmbads an, berichten Schulleiterin Dr. Nadiane Kreipl sowie die Sportlehrerinnen Heidi Lang und Andrea Fuchs der PNP. Positive Absichtserklärungen gebe es aus dem Landkreis, über Zeitpunkt und Umfang gebe es aber noch keine Zusagen.

Der Schwimmunterricht werde von den Schülern aller Jahrgänge geschätzt, berichten die Vertreterinnen der Schule. Viele machten auch beim Wahlunterricht am Freitagnachmittag mit. Auch der Schulwettbewerb komme in allen Klassen gut an.
Richtig schwimmen können rette Leben, wiederholen die Sportlehrerinnen. Es gebe einen gewaltigen Unterschied zwischen dem lustigen Treiben im Wasser und dem gründlich erlernten Schwimmen. Das zeige sich vor allem in bedenklichen Situationen. Schwimmen zu lernen sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Das schrieb das Kultusministerium zum jüngsten Wettbewerb. Dieser Unterricht gehöre in den Rahmen der gesetzlichen Aufgabenstellung der Träger des Schulaufwands, heißt es dort, also im Falle des Gymnasiums wäre das der Landkreis.

Seit zwei Jahren gebe es nicht mehr die gewohnten Schwimmabzeichen, beginnend mit dem „Seepferdchen“, berichten die Sportlehrerinnen. Dieses „Freischwimmerabzeichen“ sei noch kein Nachweis für sicheres Schwimmen. Die Wertungsklassen seien im Deutschen Schwimmabzeichen nach Bronze, Silber und Gold aufgeführt. Für das Schwimmabzeichen in Bronze würden beispielsweise ein Spring kopfwärts vom Beckenrand und 15 Minuten Schwimmen über 200 Meter in Bauch- und Rückenlage verlangt, dazu zwei Meter Tieftauchen mit Heraufholen eines Gegenstandes und ein „Paketsprung“ vom Startblock oder Ein-Meter-Brett. Für die Abzeichen in Silber und Gold steigern sich die Anforderungen in den Disziplinen und im Schwierigkeitsgrad. Bei allen Prüfungen gehe es auch um Kenntnisse von Baderegeln und um Hilfe bei Unfällen im Wasser.

Kurse von Wasserwacht und Vereinen

Außer dem Schwimmunterricht im Rahmen des Sportunterrichts finden im Schwimmbad am Gymnasium auch Schwimmkurse der Wasserwacht und von Vereinen statt. Das Bad ist auch offen für die Bürgerschaft. Die Öffnungszeiten hängen dabei von den Pandemiebestimmungen ab.

Bild und Text: Otto Donaubauer, PNP

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