Die letzte Studienfahrt in ein nicht alltägliches Gebiet

Abiturfahrten führen die Schülerinnen und Schüler normalerweise in eine der großen Metropolen Europas, etwa noch Rom oder Paris. Eine Gruppe von 39 angehenden Abiturientinnen und Abiturienten des Gymnasiums Untergriesbach machte sich, für ihre letzte Studienfahrt, hingegen zu einer Erkundung der slowenischen Hauptstadt Ljubljana und der Westbalkanstaaten Kroatien und Bosnien-Herzegowina auf. Es sollte eine in mehrfacher Hinsicht lehrreiche Fahrt werden. Geführt wurde die Studienreise von den Lehrkräften Gerald Kainz, Evi John und Matthias Vogel.  

Als erstes Etappenziel überraschte das reizvoll am Flüsschen Ljubljanica gelegene und hübsch herausgeputzte Ljubljana mit einer Mischung aus österreichisch-ungarisch geprägter Architektur sowie kulturellen Einflüssen aus dem nahe gelegenen Italien und dem ehemaligen Jugoslawien. Von der Festungsanlange aus bot sich ein eindrucksvoller Blick über die Stadt bis zu den Alpen, an denen auch Slowenien einen Anteil hat. Die Übernachtung in einem von Künstlern zu einem Hostel umgestalteten Gefängnis, im von alternativer Lebenskultur geprägten Stadtteil Metelkova, war ein Erlebnis der besonderen Art.

Wanderung durch den Nationalpark Plitvicer Seen

Am nächsten Tag ging die Fahrt weiter nach Kroatien. Dank dem Beitritt des Landes zum Schengen-Raum am 1. Januar 2023 gab es am Grenzübergang keine zeitraubenden Kontrollen mehr. Auch Geld musste nicht mehr gewechselt werden, da das Land ebenfalls seit Anfang des Jahrs die alte Währung Kuna durch den Euro ersetzt hat. Erstes Ziel in Kroatien war die Karstlandschaft im Nationalpark Plitvicer Seen mit seinem reichen Formenschatz aus Wasserfällen, Dolinen, Höhlen und Seen, welche in den 60er Jahren Drehorte des Karl May Films „Der Schatz am Silbersee“ waren. Auf der Weiterfahrt nach Split konnte man darüber hinaus sogenannte Poljen – das sind topfebene Felder in einer kargen Karstlandschaft aus Kalkstein – lehrbuchmäßig sehen.

Im Palast des Diokletian, Split

Split, die kroatische Hafenstadt, von der aus zahlreiche Fährverbindungen zu den vorgelagerten Inseln Dalmatiens und ins italienische Ancona führen, wird geprägt vom Palast des römischen Kaisers Diokletian. Der Palast ist nicht etwa ein Museum, sondern er nimmt mit einer Fläche von rund drei Hektar weite Bereiche der lebendigen Altstadt ein. Nicht weit entfernt von Split befindet sich die kleine UNESCO-Weltkulturerbestadt Trogir, der die Reisegruppe einen kurzen Besuch abstattete.

Bei einem Abstecher nach Bosnien-Herzegowina verließen die Schülerinnen und Schüler die Europäische Union und konnten so persönlich erfahren, wie langwierig und umständlich die Kontrollvorgänge hier für Busreisende sind. Zunächst kontrolliert der Posten des auszureisenden Staates alle Papiere und Ausweise, einige Hundert Meter weiter dann der Grenzposten des Staates, bei dem man einreist. Die Wiedereinreise nach Kroatien durfte darüber hinaus nur an einem vorher angemeldeten Übergang erfolgen.

Dennoch lohnte sich der Besuch Bosniens. Nach einem kurzen Halt in dem umstrittenen Wallfahrtsort Medjugorie stand eine Besichtigung des geschichtsträchtigen Mostars an. Die Stadt liegt malerisch am Fluss Neretva. Auf der einen Seite des Flusses findet sich historisch das Stadtviertel, das von katholischen Kroaten geprägt ist, wohingegen die andere Seite von der Kultur der bosnischen Muslime, mit zahlreichen Moscheen beherrscht wird. Die beiden Stadtviertel werden vom Wahrzeichen der Stadt, einer alten türkischen Steinbrücke (Stari Most) verbunden. Im Zuge der Auflösung Jugoslawiens in den 90er Jahren fanden hier schwere Kämpfe statt und die Brücke wurden schließlich durch den Beschuss von kroatischer Seite zerstört. Dankenswerterweise wurden sie nach dem Krieg wieder aufgebaut und heute sieht man nur noch in den Randgebieten der Stadt vereinzelt Kriegsschäden. Die Altstadt wurde saniert und strahlt heute wieder im alten Glanz.

Auf der Stadtmauer von Dubrovnik

Den letzten Punkt der Studienfahrt bildete die süddalmatinische Stadt Dubrovnik: Die unmittelbar am Meer gelegenen Altstadt ist durch eine beeindruckende Stadtmauer umfriedet, von der aus man einen traumhaften Blick über das historische Zentrum hat, das im Übrigen auch als Kulisse der Serie „Game of Thrones“ diente.

Bei der Heimfahrt wurde die neue Strecke, die seit Juli 2022 über die Halbinsel Peljesac führt, genutzt. Damit konnte der bosnische Korridor, der den Landstrich um Dubrovnik zu einer kroatischen Exklave macht, umfahren werden, was den Studienreisenden weitere Grenzwartezeiten ersparte.

Dies gesamte Fahrt war ein wunderschöner Roadtrip und bot den Schülerinnen und Schülern etliche Highlights, sowohl in kultureller als auch in geographischer Hinsicht.

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