Starker Auftritt der Skifahrerinnen unter Extrembedingungen

Oberjoch. – Nach ihrem überraschenden Sieg beim Bezirksfinale hatten sich fünf Schülerinnen des Gymnasium Untergriesbachs für das Landesfinale Ski Alpin qualifiziert. Gemeinsam mit neun weiteren Mädchen- Mannschaften und ebenso vielen Jungen-Mannschaften aus ganz Bayern durften sie sich nun auf höchster Ebene messen.

Das Team, bestehend aus Veronika Mauritz, Ida Erhard als Ersatz für die erkrankte Loisi Heindl, Paula Killersreiter, Lotte Seipelt und Laura Kraus brach bereits einen Tag vor dem Rennen Richtung Oberjoch auf. Die Vorfreude war groß, doch spätestens bei der ersten Besichtigung der Rennstrecke wich die Euphorie ehrfürchtigem Respekt. Der Hang präsentierte sich schwarz, eisig und sehr anspruchsvoll – präpariert für Europacup-Rennen und damit weit entfernt von dem, was die jungen Sportlerinnen bisher gewohnt waren.

Beim Training am Nachmittag zeigte sich der Berg von seiner ungemütlichen Seite: Strömender Regen durchnässte die Kleidung innerhalb kürzester Zeit. Tropfnass, aber mit jeder Fahrt sicherer, arbeiteten sich die Mädchen in den Rennhang ein. Der anfängliche Respekt wurde kleiner, das Selbstvertrauen wuchs.

In der Jugendherberge wartete auf jede Mannschaft ein eigenes Zimmer – eine kleine, aber wichtige Geste, die das Gemeinschaftsgefühl weiter stärkte. Beim gemeinsamen Abendessen wurde viel gelacht, gefachsimpelt und natürlich auch ein wenig die Konkurrenz beobachtet. Trotz spürbarer Aufregung fanden die Schülerinnen gut in den Schlaf.

Am nächsten Morgen ging es nach dem Frühstück direkt zurück an den Rennhang. Die Bedingungen hatten sich über Nacht noch verschärft: Die Strecke war nun noch eisiger als am Vortag. Im ersten Durchgang herrschte immerhin noch freundliches Wetter, doch die Piste verlangte den Fahrerinnen alles ab.

Im zweiten Durchgang zog das Wetter erneut zu. Sturm und Regen setzten ein, später mischte sich sogar Schneefall darunter. Die Bedingungen wurden zunehmend anspruchsvoller – doch genau hier zeigten die Schülerinnen noch einmal ihren ganzen Einsatz.

Am Ende stand ein Platz im hinteren Mittelfeld zu Buche. Angesichts der extremen Verhältnisse und der hochkarätigen Konkurrenz schien dieses Ziel zwischenzeitlich kaum erreichbar. Umso größer war die Freude im Zielraum über das gemeinsam Erreichte.

Das Landesfinale in Oberjoch wurde damit nicht nur zu einem sportlichen Wettkampf, sondern zu einer wertvollen Erfahrung: Mut zeigen, Grenzen überwinden, als Team zusammenstehen und unter schwierigsten Bedingungen das Beste geben. Die fünf Schülerinnen haben ihr Gymnasium würdig vertreten – und ein Abenteuer erlebt, das ihnen sicher noch lange in Erinnerung bleiben wird.