Vom Samen bis zur Kürbissuppe: Der Schulgarten als Lernort

Schulgarten des Gymnasiums Untergriesbach bietet Schülerinnen und Schülern Raum zum Lernen, Gestalten und Naturerleben. Was im Unterricht theoretisch vermittelt wird, lässt sich im Schulgarten unmittelbar erleben: Pflanzen wachsen sehen, Verantwortung übernehmen, gemeinsam anpacken und am Ende die Früchte der eigenen Arbeit ernten.

Bei einem Aktionstag packten 20 Schülerinnen und Schüler tatkräftig mit an. Gemeinsam wurde Unkraut entfernt, neue Blumen wurden gepflanzt, die Beerensträucher erhielten eine schützende Mulchschicht und die Beete wurden mit neuer, humusreicher Erde aufgefüllt. Unterstützt wurde die Aktion durch die örtliche Grüngutanlage des Zweckverbands Abfallwirtschaft Donau-Wald, die dankenswerterweise den benötigten Humus und Rindenmulch zur Verfügung stellte. Geplant und durchgeführt wurde der Aktionstag von der Umweltbeauftragten des Gymnasiums, Christina Maier, gemeinsam mit dem Hausmeister. Die Schülerinnen und Schüler konnten dabei nicht nur praktisch tätig werden, sondern auch erfahren, wie wichtig gemeinschaftliches Engagement und ein bewusster Umgang mit natürlichen Ressourcen sind.

Wie wertvoll der Schulgarten als Lernort ist, zeigte sich auch zu Beginn des neuen Schuljahres: Die ersten Kürbisse konnten geerntet werden. Die Schülerinnen und Schüler überreichten die Ernte dem Mensabetreiber Andreas Beham, der daraus für die Schulfamilie eine herbstliche Kürbissuppe zaubert.

Damit schließt sich ein kleiner Kreislauf, den die Schülerinnen und Schüler über Monate hinweg selbst miterleben konnten. Die Kürbispflanzen wurden bereits im Frühjahr von den Mitgliedern der Klima-AG aus Samen gezogen. Im Sommer wurden die jungen Pflanzen schließlich in den Schulgarten ausgepflanzt. Von der Aussaat über das Wachstum und die Pflege bis hin zur Ernte konnten die Schülerinnen und Schüler so die Entwicklung der Pflanzen unmittelbar verfolgen.

Der Schulgarten selbst blickt auf eine wechselvolle Geschichte zurück. Nachdem er über viele Jahre kaum genutzt worden war, wurde er vor zwei Jahren durch ein P-Seminar in Zusammenarbeit mit Ildico Schlicht vom Landratsamt Passau wiederbelebt. Seitdem wird das Gelände Schritt für Schritt wieder zu einem lebendigen Bestandteil des Schullebens. Auch im kommenden Schuljahr wird sich erneut ein P-Seminar mit dem Schulgarten beschäftigen. Die Schülerinnen und Schüler wollen neue kreative Ideen entwickeln, wie der Garten genutzt und gestaltet werden kann. Dabei soll vor allem eines im Mittelpunkt stehen: den Lernenden vielfältige Naturerlebnisse zu ermöglichen und ihnen zu zeigen, wie viel Freude gemeinsames Gärtnern und die Arbeit mit Pflanzen bereiten können.

So wird aus einem ehemaligen wenig genutzten Garten zunehmend ein lebendiger Lern- und Begegnungsort – und aus einem kleinen Samenkorn schließlich eine Kürbissuppe für die ganze Schulfamilie.