Gymnasium Untergriesbach meets Liceo Luis Buñuel – ein Erasmus+ Austauschprojekt

Im Rahmen des Erasmus+ Programms fand in diesem Schuljahr ein Schüleraustausch zwischen dem Gymnasium Untergriesbach und der spanischen Schule Liceo Luis Buñuel in Paris statt. Der Austausch, bei dem Englisch als gemeinsame Sprache festgelegt war, bestand aus zwei Begegnungen: Zunächst waren die spanischen Schülerinnen und Schüler bei uns in Bayern zu Gast, etwa zwei Wochen später machten wir (11 Schülerinnen, 1 Schüler der 9. Klasse, Frau Nicke und Frau Pupeter) uns auf den Weg nach Paris.

Die Woche in Untergriesbach begann am Montag mit einer offiziellen Begrüßung von Frau Dr. Kreipl gefolgt von einem typischen bayrischen Frühstück, sowie einer Schulhausführung. Anschließend fanden Präsentationen statt, in denen unter anderem unsere Region und Besonderheiten Bayerns vorgestellt wurden. Ergänzend erhielten die spanischen Schülerinnen und Schüler Einblicke in unser deutsches Schulsystem und nahmen am Unterricht teil. Am Nachmittag stand eine Stadtbesichtigung in Passau auf dem Programm. Dabei besuchten wir unter anderem den Dom St. Stephan, den Rathausplatz sowie die Ortsspitze, welche die Spanier sehr beeindruckte.  

Am Dienstag führte uns eine Wanderung auf den Dreisessel, bei der die spanischen Gäste die Landschaft des Bayerischen Waldes kennenlernen konnten. Natürlich durfte auch eine Schneeballschlacht nicht fehlen. Nach einer kurzen Wanderung wurden unsere Austauschpartner zum ersten Mal mit der deftigen bayrischen Cuisine verwöhnt.

Ein besonderer Programmpunkt folgte am Mittwoch mit einem Ausflug nach Linz. Dort ging es für uns alle in das Ars Electronica Center, wo uns eine beeindruckende Führung zukünftige, aber auch gegenwärtige Technologie näherbrachte. Im Anschluss nahmen wir an einem Graffiti-Workshop teil, bei welchem wir unserer Kreativität freien Lauf lassen konnten. Am Abend stand das Frühjahrskonzert in Hauzenberg auf dem Programm, bei dem uns der spanischen Schüler Alex Andriot mit dem Klavierstück „La vie en rose“ begeisterte.

Ihren letzten Tag in Untergriesbach verbrachten die spanischen Schülerinnen und Schüler im Haus am Strom. Am Abend trafen wir uns zum gemeinsamen Essen bei der Bräuliebe Hirz und feierten den Abschluss unserer gelungenen Woche mit einer Laplata-Party.

Rund zwei Wochen später ging es für uns endlich mit der deutschen Bahn nach Paris (12. bis 17. April 2026). Die Zugfahrt war ein Erlebnis für sich. Die Unterbringung in Gastfamilien ermöglichte für uns deutsche Kartoffeln einen direkten Einblick in den Alltag vor Ort.

Der Montag begann mit einer Begrüßung an der Partnerschule Liceo Luis Buñuel sowie einer Vorstellung der Schule und des Lehrerkollegiums. Anschließend wurde ein gemeinsames Projekt zum Thema Klimawandel durchgeführt. Einen Einblick in das Schulleben erhielten wir durch die Teilnahme am Sportunterricht, wo uns eine neue Sportart namens Kinball vorgestellt wurde. Der Kinball, ein riesiger pinker Ball war nicht zu übersehen und auch nicht zu vergessen. Mit den Themen Klimawandel und Digitalisierung, Schwerpunkte des Erasmus+ Austauschs, beschäftigten wir uns in einem Workshop des Europaparlaments „European Experience“. Wir schlüpften in die Rollen von Politikern und mussten gemeinsame Lösungen zu den Themen „Datenschutz und Fake News“ bzw. „gerechte Verteilung von Biolebensmitteln“ finden. Der Rest des Tages wurde dann individuell mit den jeweiligen Austauschpartnern verbracht. 

Am Dienstag nahmen die spanischen Schülerinnen und Schüler zunächst am Unterricht teil.

Für uns hingegen führte der Weg zum Hôtel de la Marine. Durch den Audio-Guide bekamen wir einen Einblick in das Leben des historischen französischen Adelstandes. Nach einer kurzen Mittagspause in den „Tuillerien“ gingen wir die Champs-Élysée entlang zum Triumphbogen, denn „ohne eine kleine Wanderung ist der Tag nicht komplett“. Hunderte von Stufen später, kamen wir in den Genuss eines beeindruckenden Ausblicks über ganz Paris. Doch nicht nur das war ein Highlight, sondern auch das spontane Fotoshooting bei dem berühmten Fotographen Yann Arthus-Bertrand am Place de la Concorde.

Am Mittwoch war die ganze Gruppe zu Besuch an der Académie du Climat, wo wir Interviews zum Thema „Anpassung der Stadt Paris an den Klimawandel“ durchführen durften. Nach erfolgreichem Abschluss genossen wir ein kleines Picknick direkt an der Seine. Nach schmackhafter Stärkung statteten wir der neu renovierten Kathedrale von Notre-Dame einen Besuch ab. 

Der Donnerstag bildete einen kulturellen Höhepunkt der Reise. Zunächst besuchten wir das Musée Picasso, in dem uns die spanischen Schülerinnen und Schüler ausgewählte Werke des Künstlers näherbrachten. Danach wurde das historische Viertel Le Marais erkundet. Am Abend fand, wie auch bei uns in Deutschland, ein Abschlussdinner statt, mit Blick auf den Eiffelturm.

Neben den festen Programmpunkten blieb an allen Tagen Zeit, den Alltag in den Gastfamilien kennenzulernen und die Stadt in kleineren Gruppen weiter zu entdecken. Doch was haben die Schülerinnen und Schüler eigentlich an den Nachmittagen erlebt? Natürlich standen die typischen Touristenattraktionen auf dem Programm: der Eiffelturm, der Louvre, die Galeries Lafayette, Montmartre und die Basilika Sacré-Cœur. Auch die berühmten Früchte von Cedric Grolet mussten selbstverständlich verkostet werden, wobei nicht alle Sorten gleichermaßen empfehlenswert waren. Während der Reise kamen zudem die Besuche in den Boulangerien nicht zu kurz, schließlich mussten Croissants und Baguettes ausgiebig getestet werden.

Am Freitag endete der Austausch mit der offiziellen Verabschiedung an der Schule, bevor die Rückreise angetreten wurde. Die Rückfahrt war teilweise auch eine Herausforderung, besonders der Umstieg von München nach Passau hatte es in sich. Habt ihr schon mal als Gruppe 11 Bahnsteige in nur vier Minuten mit sehr schwerem Gepäck (voller Souvenirs) meistern müssen?

Der Erasmus+ Austausch bot uns Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, unsere Sprachkenntnisse zu verbessern, neue kulturelle Eindrücke zu gewinnen und internationale Kontakte zu knüpfen. Sowohl die Woche in Bayern als auch der Aufenthalt in Paris stellte für uns Teilnehmende eine wertvolle und unvergessliche Erfahrung dar.