Das Abizeugnis ist die Fahrkarte für das künftige Leben – 66 Abiturienten am GU – Noten besser als bayerischer Durchschnitt
Von Otto Donaubauer
Untergriesbach. „Kommt herbei und singt dem Herrn“! Mit diesem Lied musste der große Schulchor des Gymnasiums unter der Leitung von Heidi Kristl die vielen Besucher des Abschlussgottesdienstes gar nicht erst in die Kirche locken. Abiturienten und ihre Angehörigen hatten einen guten Grund den Abschluss der Schulzeit in Dankbarkeit in Gottes Hände zu legen. Pfarrer Erwin Blechinger rief die Absolventinnen und Absolventen auf ihr bisheriges Leben in den Blick zu nehmen und mit Zuversicht auf das Kommende zu schauen. Er freute sich, dass es gute Sitte sei, bei einem so großen Schritt den Herrgott ins Spiel zu bringen. Nicht an allen Schulen werde diese Tradition noch gewahrt. Mehrere Abiturenten nahmen die Gelegenheit wahr, ihren Dank und ihre Bitten vorzutragen.
„Nichts ist beständiger als der Wandel“, zitierte der stellvertretende Schulleiter Harald Täuber einen großen Wissenschaftler und begrüßte anschließend eine große Anzahl von Gästen aus der Politik und den öffentlichen Einrichtungen in der Turnhalle des Gymnasiums. Mit dieser Weisheit sollten die jungen Menschen auf ihre Zukunft schauen.
„Ich fasse mich kurz“, kündigte der stellvertretende Landrat Klaus Weidinger sehr zur Freude der Menschen bei den hohen Sommertemperaturen in der neuen Turnhalle des Gymnasiums an und er hielt sich an diese oft gebrauchte Redewendung. „Freuen Sie sich es geschafft zu haben und schauen Sie mit Freude auf die kommende Zeit“, wünschte er den 66 Abiturientinnen und Abiturienten. Der erfolgreiche Schulabschluss sei deren ganz persönliche Leistung. „Werden Sie zu Gestaltern und nicht nur zu Zuschauern und mischen Sie sich ein“, war sein Appell an die jungen Leute.
Angelehnt an den Abiturstreich „Abi Vegas“ verglich Bürgermeister Hermann Duschl auch als Vorsitzender des Vereins der Freunde und Förderer des Gymnasiums die Schulzeit humorvoll mit der bekannten amerikanischen Spielhöhle. In den Jahren an der Schule seien die Karten immer wieder neu gemischt worden und die Begriffe vom Zocken, spicken und pokern hätten sich gerade vor Prüfungen bestätigt. Schließlich hätten aber stets die Lehrkräfte die „Unter“ und „Ober“ als Trümpfe in der Hand gehabt. Das Reifezeugnis sei eine gute Karte für das Spiel des Lebens. „Kämpft und pokert weiter aber macht stets ein faires Spiel“, das war der Rat von Hermann Duschl.
2600 Schultage mit Höhen und Tiefen lägen hinter den Abiturienten, hatte die Elternbeiratsvorsitzende Stefanie Fisch nachgezählt. In dieser Zeit seien den Schülern viele Lehrkräfte ans Herz gewachsen. Die Schuljahre hätten aber auch viele Veränderungen gebracht. So habe der Unterricht während der Bauphase in Containern stattgefunden aber am Ende ein Schulhaus nach modernsten Kenntnissen beschert. Den Wandel in die digitale Unterrichtsform hätten die Schüler gut mitgestaltet und dabei seien sie mit den Lehrkräften an dieser Materie gewachsen. „Üben bringt Stärken“, sagte Stefanie Fisch und rief die Entlassschüler auf an sich zu glauben.
Für eine kleine Erinnerungsrunde trafen sich der ehemalige Schulleiter Franz Brunner und Schulleiterin Dr. Nadiane Kreipl auf der Bühne. Dabei kamen Anekdoten aus vergangenen Zeit und eigene Erlebnisse ans Licht. Franz Brunnner hatte die Entlassschüler als dreizehnjährige Kinder beim Eintritt ins Gymnasium kennen gelernt und an die meisten konnte er sich humorvoll erinnern.
Ein großes Lob hatte Schulleiterin Dr. Nadiane Kreipl für die jungen Damen und Herren bereit. Ihre überdurchschnittlichen Leistungen hätten zu einem Notendurchschnitt von 1,92 geführt während der Durchschnitt in Bayern bei 2,13 liege. „Ihr seid zukunftsfähig“, bestätigte sie den Abiturienten. Die Zukunft sei geprägt von dem was heute gedacht und getan werde. Ein guter Begleiter seien der Optimismus und Entscheidungsfreude. „Traut euch Risiken einzugehen, aus Niederlagen zu lernen und neue Zukunft zu entdecken“, machte sie den frisch gebackenen Abiturientinnen und Abiturienten Mut. „Du bist so viel und das Leben steht dir offen“, brachte die Schulleiterin ihre Wertschätzung zum Ausdruck.
Emily Martens und Kilian Kasberger schauten für die 33 Damen und ebenso vielen Herren des Abiturjahrgangs auf die Schulzeit zurück. Gar manchen Stress vor Klausuren oder Gruppenarbeiten konnten sie in ihrer Rede in Humor umwandeln und die Erinnerungen an kleine und größere Streiche bei den Klassenfahrten, in den Pausen und in der Runde der Mitschüler würden sie auch später noch begleiten. Ihr Dank galt den Lehrkräften und Eltern und den vielen Begleitern auf dem Weg zum Abitur. „Alle Träume können wahr werden wenn wir ihnen folgen“, mit diesem Motto sollten alle ein neues Kapitel in ihrem Leben aufschlagen.
Oberstufenbetreuer Martin Wimmer bezeichnete seine Abiturienten als junge Menschen von großem Format. Die Begegnungen bei Versammlungen oder bei guten Gesprächen auf den Gängen würden allen in Erinnerung bleiben. „Schule allein ist kein Maßstab“, sagte er und betonte, dass es im Leben viel mehr gebe als man in der Schule lerne.
Bei der anschließenden Zeugnisverleihung wurden auch die besonderen Leistungen vieler Abiturienten gewürdigt und zum Schluss wurden die elf Jahrgangsbesten mit Noten zwischen 1,0 und 1,3 besonders hervorgehoben. Die Abiturfeier in der neuen Turnhalle des GU wurde musikalisch von der Bigband des Gymnasiums unter der Leitung von Elisabeth Rickl umrahmt.
Quelle: PNP vom 29.06.2026
Foto: Otto Donaubauer, Rainer Schüll
