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Humorvoll und gesellig lebt es sich leichter und länger

Donnerstag, 12. Oktober 2017
Autor: 
Quelle: PNP, 16.10.2017
Schwester Teresa Zukic rät ihren Zuhörern beim Vortrag in Untergriesbach, lieber mit Freunden Schokokuchen zu essen als alleine Rosenkohl.

Mit dem menschlichen Miteinander und den Problemen, die dieses Miteinander so mit sich bringt, beschäftigte sich Schwester Teresa Zukic bei einem Vortrag in Untergriesbach. Eine große Zuhörerschar lauschte der Referentin.

Schulleiter Franz Brunner begrüßte den Gast. Er freute sich, dass in Zusammenarbeit mit dem Pfarrgemeinderat von Untergriesbach dieser Vortragsabend zum 50. Jubiläum des Gymnasiums möglich wurde.

Zu Beginn stellte sich die Ordensfrau humorvoll vor: Sie meinte, sie sei nun 53 und wisse nicht, wie das passiert sei. Sie berichtete anfangs auch von ihrer sportlichen Karriere als Leichtathletin und dass sie nicht getauft war. Eines Nachts, als sie nicht schlafen konnte, stellte ein Buch, das ihre Freundin hingelegt hatte, ihr Leben völlig auf den Kopf. Das Buch - die Bibel - war ihr fremd. Sie schlug es irgendwo auf - und las die Bergpredigt. Diese Sätze prägten fortan ihr Leben.

Teresa Zukic ging nach einem Jahr in Fulda ins Kloster und studierte später Religionspädagogik. Sie machte in der Folgezeit viel, war unter anderem in einer Pfarrei mit viel sozialem Sprengstoff und lernte schnell, dass man da mit dem bisher Gelernten nicht weiter kommt. So machte sie Sport mit den Kindern, beschäftigte sich mit ihnen. Dort lehrte sie auch die Erfahrung, dass jeder Mensch einzigartig ist - einzigartig in guten und schlechten Eigenschaften.

Die Rednerin verglich das Wesen der Menschen zu Anfang mit dem Schnäppchenkauf, der sich dann doch nicht als so toll herausstellt. Dieses Schnäppchen könne man bei Nichtgefallen wieder ins Geschäft zurückbringen. Mit Menschen sei dies anders. Habe man sich einen Menschen geangelt, könne man ihn nirgendwo „zurückgeben". Entweder man arrangiere sich, nehmen ihn so, wie er ist, oder man trenne sich wieder von ihm. Jeder habe seine inneren Schönheitsfehler, habe Gewohnheiten, die er nicht kontrollieren könne. Aber jeder sei normal, bis man ihn kenne. Doch, so meint Schwester Teresa, habe jeder von uns eine unauslöschliche Sehnsucht nach Gemeinschaft nach persönlichen Beziehungen. „Jeder hat Sehnsucht nach Frieden."

Schwester Teresa verglich die Menschen mit kanadischen Stachelschweinen. Die Stacheln des Menschen sind dabei Eifersucht, Neid; manchmal sei man unnahbar, oftmals gekränkt und selbst aber auch kränkend.

Welchen Wert die Gemeinschaft hat, stellte sie anhand von Studien dar. Hier würden jene länger leben, die gerne und viel mit Freunden in Gemeinschaft zusammen waren. Vermeintlich gesund lebende Einzelgänger waren dagegen früher tot. Darum rät sie: „Lieber mit Freunden Schokokuchen essen als alleine Rosenkohl".

Die Kränkung von Mitmenschen sei ein weiteres Problem im menschlichen Miteinander. Doch zur Kränkung gehören immer zwei. Dabei seien vielerlei Zustände im Gemüt jedes Einzelnen ausschlaggebend. Und es gelte, sich nicht auf Kränkungen einzulassen. Doch dies gelinge oftmals nicht - man „kränke zurück".

Besser sei es, sich nicht mehr kränken zu lassen. Dabei sei es aber notwendig, über den eigenen Schatten zu springen und dem anderen zu verzeihen. Wenn gar nichts mehr helfe, so Schwester Teresa, dann sei eine Portion Humor die letzte Rettung. Denn Gram koste Lebensenergie. Sie munterte zu positivem Denken auf, denn negativ zieht runter. Menschen seien nicht zu ändern, jeder könne aber selbst entscheiden, ob die zugefügte Kränkung „Erfolg" habe.

Positives Denken, so Schwester Teresa, stärke auch das Immunsystem. Sie empfiehlt Lachen als Therapie, zur Gesundung. Sie selbst animierte mit ihrem spontanen Lachen auch den ganzen Saal zum Mitlachen.

„Kein Mensch ist vollkommen, man kann äußerlich perfekt sein, wenn das Herz es nicht ist, nützt dir alles nichts", sagte Schwester Teresa und kam zum Schluss noch auf Gott und Jesus zu sprechen. „Seit Christus Mensch geworden ist, können wir Gott vertrauen. Dass auch wir gut mit Menschen zurechtkommen, die wir nicht ändern können."

Franz Brunner und Pfarrgemeinderatsvorsitzende Trixi Atzinger bedankten sich bei Schwester Teresa mit einem bunten Blumenstrauß.

- sph